Soll das Recht auf den Besitz einer Waffe ein Menschenrecht werden, sprich das bestehende Waffenrecht liberalisiert werden? Auch wenn ich in vielen Themenbereichen für eine Liberalisierung eintrete, finde ich es in dieser Causa aus mehreren Gründen als absolut nicht zweckmäßig.
Zum einen werde ich die Begeisterung für Waffen, den Umgang mit diesen und den Glauben, damit irgendwelche Probleme zu lösen nie verstehen, obwohl viele Menschen immer noch von diesem Irrglauben ausgehen. Zum anderen halte ich es für einen Trugschluss, wenn man annimmt, dass Kriminelle abgeschreckt werden würden, sobald der Gegenüber, also das Opfer, bewaffnet sein würde. Dies würde eher eine Aufrüstungsspirale in Gang setzen, da in diesem Fall der Kriminelle eben zuerst schießen müsste, womit die Gewalt explizit zunehmen würde.
Allerdings würde eine Verschärfung des Waffenrechtes lediglich dazu führen, dass die Symptome bekämpft werden, da jeder, der das wirkliche Verlangen nach einer Waffe hat, diese auch am Schwarzmarkt kaufen würde. Dies würde sicherlich einen großen Zuwachs für den Waffenschwarzmarkt bedeuten und an der derzeitigen Situation nichts ändern. In einem solchen Szenario ist dann auch fraglich, inwieweit die Kontrolle der Waffenbesitzer noch möglich ist und ob man hierbei nicht von der Gefahr der Entstehung einer organisierten Kriminalität ausgehen muss.
Doch wie kann man dieses Problem, das wir offenbar in unsere Gesellschaft haben, soweit lösen, dass keine unschuldigen Menschenleben mehr auf dem Spiel stehen und z.B. künftige Amokläufe verhindert werden können?
Erstens muss alles dazu unternommen werden, dass sich die Bürger in Österreich sicherer fühlen, sodass bei manchen nicht das Verlangen entsteht, sich selbst verteidigen zu müssen. Dazu muss meiner Meinung nach die Exekutive aufgestockt werden(jedoch kein Polizeistaat!), um der Bevölkerung mehr Schutz zu bieten. Des Weiteren muss mehr Wert auf Bildung gesetzt werden und alles dafür getan werden, dass die Kluft zwischen Arm und Reich nicht noch weiter auseinander geht, sodass soziale Probleme, die wiederum zu Gewalt führen können, erst gar nicht entstehen.
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2 Kommentare:
Gut formuliert, wenngleich die Problematik durchaus bekannt ist. Meiner Meinung nach sind die Zugangskriterien im Moment alles andere als brauchbar. Zum Erlangen eines Waffenpasses reicht das Alter und die Unbescholtenheit - das ist zu wenig. Andererseits finde ich es auch seltsam, dass man quasi nicht mehr unbescholten ist, weil man einmal seinen FS loswurde. Den Sinn dahinter verstehe ich schon, aber wieso sollte jemand, der mit 20 betrunken beim Fahren erwischt wurde, mit 35 noch immer unzuverlässig sein? Kann er, muss aber nicht! Im Gegenzug bekommt ein 20 jähriger den WP, weil er noch nie erwischt wurde? Ich wäre für eine Art Waffenführerschein für jeden, der unbedingt eine will, da gäbe es genug Möglichkeiten ala Fahrschule, Flugschule etc.... Deren Ausbildung und Reputation steht ja auch praktisch als Garant da, wieso nicht auch für (Schuss)Waffen?
Jedenfalls zeigt das Beispiel ENGLAND, daß ein Verbot von allen Kurzwaffen, und die Erschwerung des legalen Besitzes von Langwaffen zu einer VERDOPPELUNG von Einbrüchen, Raub- und Raubmord geführt hat.
Wehrlosigkeit ist nunmal kein Schutz.
Die letzten Amokläufe in den USA wurden nur so schnell beendendet, weil andere Zivilisten bewaffnet waren, und sich und ihre Mitmenschen verteidigen konnten.
Dies ist eine Tatsache die es Wert ist, daß man über sie mal nachdenkt.
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